31. Juli 2010: Hochblanken Hangfliegen

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Nachdem ich vor 3 Wochen noch ohne Flugmaterial auf dem Hochblanken war, gings diesmal zusammen mit drei Flugkollegen vom MFV-Marbach (David, Hanspeter und Michael) und bepackt mit Segelflieger und Proviant auf knapp 2070m Höhe.
Da Petrus schönes Wetter versprach, nahmen wir, nach einem Zwischenstop auf der Uga-Alp, erwartensvoll den kräftezehrenden Aufstieg in Angriff.

 

 

 


P1000006 Schnauf, immer noch nicht oben. Hier sind wir auf Höhe der Sesselbahn (Talstation auf der Uga-Alp).
Es fehlen nur noch die letzten 100 Höhenmeter. Mit ca. 16kg ein ganz schöner Krampf... manchmal schwirrt der Gedanke "Wieso tu ich mir das eigentlich an?" um mein schweissgebadet Hirn. Irgendwie müssen wir (naja, ich zumindest) schon etwas masochistisch veranlagt sein. Freiwillig tut man doch sowas nicht an, uaaa.Peinlih
P1000007 Alles hat ein Ende und so sind es irgendwann nur noch die letzten Meter. Dann haben wir's geschafft. Los Männer - nicht aufgeben.
Nach ca. 70 Minuten mühevollem Aufstieg (ab Sesselbahn-Bergstation Uga-Alp) erreichen wir endlich das Hochblanken-"Plateau".
P1000016 Dieser Ausblick ist der Mühe Lohn: die Landewiese... einzigartig - kein Stein, kein Felsen - nichts was beim Landen im Weg sein könnte.
Nur polsterartige Wiese.Lachen
Von hier oben hat man ein sensationelles Panorama.

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Da die Thermik noch auf sich warten lässt, gibts erst mal einen Vesper.

Zu dem Zeitpunkt (ca. 12Uhr) als wir oben ankamen, waren die Bedingungen noch nicht so überzeugend. Mal kommt der Aufwind von Süden, kurze Zeit später wieder von Norden. Sichere Zeichen für thermische Ablösungen, welche dank der relativ tiefen Wolkenlage gut sichtbar sind. Aber leider werden die Hangflugbedingungen auch später nicht viel besser.
Mein PACE verfügt als einziger Segler über eine Absaufversicherung. Gegen 13Uhr juckt es mich doch in den Fingern und so kommt Werfer Michael zum ersten Einsatz.Zwinkern
Überraschenderweise geht es recht gut und ich kann den grossen Schwarzen ein paar Mal aus 350m das Tal runterlaufen lassen.

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Michael war es jedesmal etwas unwohl beim Werfen meines PACE. Nun ja, ein 9kg schwerer Besenstiel ist nicht ohne. Aber da der Schwirbler nur zu Not zum Einsatz kommen soll, muss er ihn wohl oder übel nur mit Muskelkraft über die Kante schieben. Das Video beweist: seine Befürchtungen sind unbegründet, er hats toll gemacht. Dank der wirklich gut greifenden Wölbklappen zieht der PACE sofort an (siehe 2. Start im Video).

Dank Absaufversicherung kommt mein PACE bei 3 Flügen auf insgesamt 1.5h Flugzeit. Für Segler ohne Schwirbler waren die Bedingungen doch etwas unsicher. D.h. zwischendurch gings immer mal wieder, aber wer den Segler zur falschen Zeit raus gelassen hätte, musste sich einer Aussenlandung sicher sein.

P1000124 David (es hat ihn schon die ganze Zeit in den Fingern gejuckt) wagte es dann schlussendlich doch noch und lässt Michael die B4 werfen. Aber es war ein guter Wurf aber zur falschen Zeit - die Bedingungen genügen einfach nicht und so wird es ein kurzer Ausflug.
Na ja, der Wille war da... der Aufwind leider nicht mehr...Traurig

Vom Wetter her hätte es eigentlich um einiges besser sein sollen, wobei ich persönlich nicht klagen kann und möchte. Jeder Flug mit dem Competition war ein tolles Erlebnis, aber eben nur für mich... Cool Schade, wenn nur einer zum Fliegen kommt und die anderen nur als Zuschauer da sind.

Die letzte Talfahrt der Sesselbahn geht um 16:30Uhr. Da wir länger oben blieben, müssen wir gezwungenermassen zu Fuss bis runter zum Parkplatz. Auf halben Weg gabs dafür eine Stärkung mit feinen Käse-Spätzle und Röstzwiebeln und einem verdienten Bierchen (gab sogar Franziskaner da oben - wenn für mich auch nur alkoholfrei).

Ob wir das nächste Mal wieder länger als die letzte Talfahrt oben bleiben werden? Hmm, glaube nicht. Der 2 stündige Abstieg vollgepackt mit Material ist schon starker Tobak. Mein Hinterteil grüsste noch zwei Tage lang...Schreien

Nun denn - lohnt sich dieser Krampf überhaupt?
Wenn ich aber daran denke, dass mein erster Flug, welcher thermisch gesehen auch der ergiebigste war, schon um 13Uhr stattfand, so kann man bei guten Bedingungen locker von Mittag bis ca. 15:15Uhr oben fliegen und dann runter zur Bahn wandern. So käme man summa summarum auf ca. 3 Flugstunden, welche den mühevollen Aufstieg auf jeden Fall wert sind. Ist aber nur was für harte Männer...Lachen... nun ja, so ein Ausflug gibt dem Begiff "Modellflugsport" eine ganz neue Bedeutung... oder vielleicht die einzig Wahre?

Schön wars auf jeden Fall und beim nächsten Mal klappts vielleicht bei Föhn oder Bise. Dann aber ganz sicher.

Bis zum nächsten Aufwind und Gruss
Robert

 



Hier ein paar Bilder...

 

und hier die Bilder von Hanspeter...

 

Hier ein paar tolle Flugaufnahmen - Danke an die Kameramänner David und Hanspeter und meinen PACE-Werfer Michael.

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