8.-11. Mai 2008: Hangflugwochenende im Zillertal

00441Hangflugwochenende 2008 auf dem Stummerberg beim Gasthaus Pension Tannen-Alm

Nachdem wir seit Jahren zum Hangfliegen ins Südtirol gepilgert sind, war es nun an der Zeit wieder einmal eine andere Gegend bzw. Hang mit unserer Anwesenheit zu beglücken.

Aufgrund positiver Echos von Segelflugkollegen und Berichten aus Modellflugzeitschriften fiel die Wahl auf das Hangfluggelände rund um das Gasthaus Pension Tannen-Alm im Zillertal/Tirol. Der Hang liegt ca. 470m oberhalb von Stumm auf einer Höhe von 1034m ü.M. direkt neben dem Gasthof. Bevorzugte Windrichtung ist Nord bis West. Wetterverhältnisse, welche auch meistens anzutreffen sind.

Der Termin für das diesjährige Hangfliegen fiel auf das Pfingstwochenende und da an selbigem auch gleichzeitig der Muttertag gefeiert wurde, waren wir diesmal eine relativ kleine Gruppe. Mit dabei waren Josef, Willi, Peter, Stefan, Thomas, Harry und Robert (Anm. v. Autor: Reihenfolge der Namen rein zufällig, bzw. Alter vor Schönheit ).

Nach gemeinsamer Abfahrt von der Hohenemser Autobahnraststätte Rosenberger kurz nach 8 Uhr und einem Vesperstopp vor Innsbruck trafen wir um ca. 11 Uhr beim Gasthof Tannen-Alm ein. Nach einem herzlichen Empfang von Wirt Helmut wurden gleich die Zimmer verteilt (je nach Schnarchstärke konnten auch Einzelzimmer gebucht werden...) und dann die Frequenzen.
Aufgrund der Tatsache, dass schon ca. 10 Modellflugpiloten aus unserem nördlichen Nachbarland vor Ort waren, musste man zusehen, wie man mit den restlichen Frequenzklammer zurecht kam. Dank meiner 2.4GHz-Anlage berührte mich die Frequenzverteilerei aber nicht wirklich. Auch Helmut - der fliegende Bauer - hat auf 2.4 GHz umgestellt.



Nachdem Zimmer bezogen und diverse Modelle ausladen waren, verspürten einige von uns schon das erste Hüngerchen. Folgerichtig wurde demnach als Nächstes die Gastronomie unter die Lupe genommen. Sollte ich mich richtig erinnern, bediente uns Birgit - ein fesches Tiroler Mädel. Abends kam jeweils Lars zum Zug - ein aufgeweckter Bursche, der nie um einen Spruch verlegen war. Lars sollte noch für viel Unterhaltung sorgen...
Mit Alkohol im Blut sollte bekanntlich ja nicht geflogen werden und so bestellten wir selbstverständlich nur den hauseigenen Holunderblütensaft (Bild rechts). 
Aber keine Angst - auch die Bierauswahl kann sich zeigen lassen, va. das Zillertaler Hefeweizen lässt keine Wünsche offen. Und wie Harry zu bemerken wusste: "Der erste Schluck hat noch nie geschmeckt, daher gleich mit nem Zweiten nachspülen...".

Ein Blick in die Speisekarte offenbarte moderate Preise und daher hatte auch keiner von uns das Verlangen ein Zimmer mit Halbpension zu buchen. Demnach nahmen wir alle Zimmer mit Frühstück und konnten so am Abend unseren kulinarischen Gelüsten freien Lauf lassen. Und die waren nicht ohne - dazu aber später mehr...


Satt und gestärkt gings dann nach dem Mittagessen ans Fliegen. Schnell das erste Modell flugbereit gemacht und schon konnte man dank dem tollen Wetter die ersten Erkundungsflüge geniessen. Wehe dem, der seine Akkus nicht schon vorsorglich zu Hause geladen hatte.

Hier sehen wir Thomas, wie er kraftvoll den Albatros XXL seinem Element übergibt. Zahlreich und lange waren die Flüge und schlussendlich konnte er ihn sogar im Flug an einen interessierten Fliegerkollegen weiter verkaufen. Etwas Verpackungsmaterial weniger, welches zurück nach Hause transportiert werden musste.

Zu den Wetterbedingungen:
Der Hang ist für Nord- bis Westwinde ideal gelegen - die meist vorherrschende Windrichtung. Petrus musste sich aber irgendwie gerirrt haben und stellte für uns an diesem Wochenende eine Omega-Grosswetterlage mit Nord-Ost-Windverhältnissen bereitl. Somit blieben die beliebten Hammerbedingungen leider aus. Doch trotzdem konnte viel geflogen werden. Wir uns der Wirt zu erklären wusste, hängt dies damit zusammen, dass bei Ostwinden tagsüber die Strömung dank dem gegenüberliegenden Hang übers Zillertal kommend umgelenkt wird und von links nach rechts am Stummerberg vorbei zieht.
Bei solchen Bedingungen lohnt es sich aber auf jeden Fall einen Elektrosegler dabei zu haben, um weiter im Tal oberhalb von Stumm nach Thermik schnüffeln zu können. Dem Easyglider mit BL-Antrieb sei Dank, flog ich so über die 4 Tage hindurch 2 mal den Senderakku leer. 

Die ersten Anzeichen von Thermik zeigten sich meistens so zwischen 11 und 12 Uhr. Gut gings dann ab ca. 14 Uhr und es bildete sich danach z.T. so gute Thermik, dass es praktisch überall "sinnlos" gut hoch ging. In diesen Zeiten hätte es auch für die eine oder andere Swift gut getragen. Und dies wie schon erwähnt trotz der ungünstigen Ostwetterlage.
Jeweils gegen Abend setzte sich aber die Ostströmung doch noch durch und dann war's leider aus mit den schönen Schläuchen. Aber egal - irgendwann braucht auch der stärkste Hangflugpilot mal eine Pause und ne Stärkung.


Der Hang selbst bietet 2 Möglichkeiten von denen aus gestartet werden kann.
Einmal auf der Höhe der Zufahrtstrasse zum Gasthaus und dann noch ca. 40m oberhalb am Hang direkt an der Waldgrenze.
Von der Strasse aus in Flugrichtung gesehen nach ca. 160m leicht unterhalb des Blickhorizonts stehen die ersten Tannen "im Weg". Wer möchte, kann zum Starten auch die vorinstallierte Flitsche benutzen. Einfach Helmut fragen und schon kömmt er mit dem entsprechenden Flitschengummi und hilft bei den ersten Starts. Tolle Sache.
Dank dieser Möglichkeit kann man schnell und komfortabel eine entsprechende Überhöhung beim Start erreichen und so sicher auf Thermiksuche gehen. Gehts, dann bleibt man draussen. Lässt sich kein Schlauch finden, kreist man ein und landet sicher unter- oder oberhalb der Strasse auf der gemähten Wiese.
Seglerherz - was willst du mehr.

Alle kamen zum Zug, bzw. zum Flug - auch Josef und Willi.
Klettere Josef jedoch auch auf Mitte des Hanges um seinen Segler (!!!) zu fliegen, zog es Willi vor, seine Flüge von der ersten Stuhlreihe zu starten. Ok - er hatte auch ne Rückholversicherung auf seinem Fliegerle montiert.
Hier eine Zeitrafferaufnahme vom Start...

Dank der steileren Hangkante beim höher gelegenen Standpunkt beschlossen Harry, Stefan und ich gleich von dort aus zu fliegen. Ein Entschluss, den wir die ganzen 4 Tage nicht bereuen sollten.
Von hier aus kann man guten Gewissens auf die Suche nach den begehrten Thermikbärten gehen und kommt so auch eher mal in die Versuchung schnüfeln zu fliegen, als wenn man einen Stock tiefer bei der Strasse sitzt. Da aber das Hochklettern scheinbar nicht jedermanns Sache ist, verbrachten wir die Tage praktisch allein da oben. Dafür wurde wir mit tollen und nahen Vorbeiflügen belohnt.
Hier oben hat es auch eine Flitsche und eine Holzhütte, in der Gartenstühle und -bänke für müde Piloten warten.

Weil wir da oben am Waldrand aber weit ab der Gastronomie waren (ok - wären nur 2-3 Kletterminuten gewesen), wurde beschlossen, dass derjenige mit der tiefsten Hanglandung jeweils für die Anti-Dehydrierung (sprich Biernachschub) unserer schützenswerter Körper zuständig sein soll.
Und da Stefan als Einziger ohne E-Motor seinen Segler gen Himmel warf, kann man sich ausdenken, wer an diesem Wochenende zu kräftigen Wadeln kam. Tja, dumm gelaufen, dafür hat's Bier umso besser geschmeckt.

Btw: Im Bastelraum befindet sich ein Kühlschrank mit Getränken für günstig Geld. Super Idee von Bauer Helmut. 


Der Wirt & Bauer Helmut Kröll, selbst begeisterter Modellflugpilot, hat aber nicht nur nen tollen Hang für uns parat, sondern hat auch Möglichkeiten geschaffen, um das Flugmaterial entsprechend warten und lagern zu können. So ist ein Bastelraum mit vortrefflicher Ausstattung zum Laden der müden Modellakkus (nebst dem erwähnten Kühlschrank für die flüssige Nahrungseinnahme...) vorhanden.
Total 12 Anschlussboxen mit 12Volt-Anschlüssen und ebensoviele 240V-Steckdosen stehen für Ladegeräte etc. bereit.

Zusammengebaute Modelle können nebenan in einem Lagerabteil, wo normalerweise Holzschnipsel für Heizung gebunkert werden, vor fremden Fingern sicher über Nacht abgestellt werden.
Modelle, welche ihr Dasein noch Einzelbestandteilen (Rümpfe, Tragflächen, etc.) fristen und auf ihren Einsatz warten, können im Bastelraum auf reichlich vorhandenen Regalen und Abteilen abgestellt werden.

Btw: Windsäche sind 2 installiert: einer auf dem Lagerdach neben der Flitsche an der Zufahrtstrasse und einer oben am Hang. So ist man permanent und gut sichtbar über die aktuell vorherrschenden Windverhältnisse informiert.


Ein paar Worte zur Gastronomie:
Kurz gesagt: einfach toll, was dem hungrigen Hangpiloten da oben bei den Kröll's geboten wird. Es hat alles für den kleinen oder grossen Hunger. War dies eigentlich der Hauptgrund ein anderes Hangfluggebiet auszusuchen, trafen wir hier voll ins Schwarze.
Nebst einer abwechslungsreichen Speisekarte gab es auch die Möglichkeit sich u.a. an Tiroler Schweinshaxen zu versuchen. Fix die Haxen vorbestellt und den Zeitpunkt für das deftige Abendessen ausgemacht, konnten wir diese einen Tag später mit Knödel und Sauerkraut in Angriff nehmen. Lagen dann doch wirklich 1.5kg-Teile auf unseren Tellern - für jeden wohlgemerkt. Na ja, zumindest Stefan würde die Kalorien spätestens am folgenden Tag mit "Bierflaschen den Hang hinauf schleppen" wieder wettmachen.
Aber sei's drum. Die Haxen und auch alle anderen Speisen haben uns die 4 Tage hindurch immer sehr gut gemundet. So sind auch die Nachspeisen sicher eine Empfehlung wert oder auch das Gulasch, der Grillteller, das selbstgemachte Jogurt (auf Tirolerisch "Jookkkurt" gesprochen) und und und...



Wer Lust hatte konnte nach getaner Arbeit, äh Abendessen noch ein wenig den BL-Motor spazieren fliegen oder einfach nur die Füsse hochlagern. Gartenstühle sind auch in der Werkstatt genügend vorhanden. Einfach ein paar hinter den Hof stellen, nix tun und nen Zug frische Natur reinziehen und den Sonnenuntergang geniessen.
So lässt sich's leben.


Später am Abend traf man sich vor dem Schlummertrunk noch im Bastelkeller, wo der eine oder andere das Modell für den nächsten Flugtag auf Vordermann brachte.
Na wie man sieht geht es mit vereinten Kräften schneller voran. Und man glaubt es kaum, aber der gelbe Segler war aus der Schachtel an einem Abend flugfertig aufgebaut. Ob er aber auch geflogen ist, entzieht sich jedoch meiner Kenntnis.

Ok, wer arbeitet kann sich auch verletzen.
Irgendwie waren dies Stefan's Tage...
Zuerst statt Bier nen Holunderblütensaft, die Bierschlepperei zum oberen Startplatz und dann zum krönenden Abschluss die Finger eingeklemmt. Aber dieser Mann kennt keinen Schmerz. Fix einen Millimeterbohrer in den Dremel eingespannt und kurzerhand 2 Löcher zum Aderlass in den Fingernagel gebohrt - Uaa.
Na ja, mir stehen schon die Haare zu Berg wenn ich nur die Bilder anschaue...


Tja, was soll ich noch sagen, bzw. schreiben.
Irgendwann ist immer mal Schluss - hier oben war's dann auch nicht anders. Was aber bleibt ist eines der schönsten Hangflugwochenenden. Schade für jene Kollegen, welche diesmal nicht mitkommen konnten.

Ok, die Hammerbedingungen blieben aus, aber dafür kann der Tausendsassa Helmut (Bauer, Wirt, Koch, Schreiner, Schlosser, Mauerer...) auch nix. Trotzdem kamen alle zum Fliegen und auf ihre Kosten. Wir haben auch daher gleich wieder für's nächste Jahr gebucht.

Also Helmut - nächstes Jahr kommen wir wieder und dann brennen wir zusammen ein paar Sinnlose in den Stummerberger Himmel. 

Robert / Mai 08

 

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